Infrarotsauna vs. klassische Sauna

Infrarotsauna oder klassische Sauna – was passt wirklich zu Ihnen?

⏱ Lesezeit: ca. 18 Minuten
✍️ Autor: Heinz Fischer
Infrarotsauna
Finnische Sauna
Gesundheit & Erholung

Wer sich für eine Heimsauna interessiert, steht früh vor derselben Frage: Infrarotsauna oder klassische Sauna? Beide Saunaformen teilen das Ziel – Wärme, Entspannung und gesundheitliche Förderung –, unterscheiden sich aber grundlegend in Technik, Temperatur, Wirkung und Platzbedarf. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Unterschiede sachlich und vollständig, damit Sie die Entscheidung treffen können, die wirklich zu Ihrem Alltag, Ihrer Gesundheit und Ihrem Zuhause passt.

Kurz zusammengefasst

Die Infrarotsauna arbeitet mit Strahlungswärme bei niedrigen Temperaturen und eignet sich besonders für den Heimgebrauch auf kleinem Raum. Die klassische finnische Sauna erzeugt durch erhitzte Luft und Dampf ein intensiveres Klimaerlebnis bei deutlich höheren Temperaturen. Welche Saunaform mehr gesundheitlichen Nutzen bringt, hängt von individuellen Zielen, körperlicher Verfassung und persönlichen Vorlieben ab.

Wichtiger Hinweis

Die Inhalte dieses Artikels dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung. Personen mit Vorerkrankungen sollten vor der regelmässigen Saunanutzung Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt halten.

Das Wichtigste in Kürze


  • Infrarotsaunen arbeiten mit 40–60 °C, klassische Saunen mit 70–100 °C – beide erzeugen jedoch vergleichbare Schweissmengen.

  • Infrarotstrahlung erwärmt das Gewebe direkt von innen, während die finnische Sauna die Umgebungsluft erhitzt, die dann den Körper von aussen erwärmt.

  • Für den Heimgebrauch in der Schweiz punktet die Infrarotsauna mit geringerem Platzbedarf, schnellerer Aufheizzeit und niedrigerem Energieverbrauch.

Praxis-Einschätzung

“Die häufigste Frage, die uns beim Sauna-Kauf gestellt wird, ist die nach der richtigen Wahl. Meine sachliche Einschätzung: Wer Wert auf ein klassisches Saunaerlebnis legt und ausreichend Platz hat, wird mit der finnischen Sauna glücklich. Wer flexibel, energiebewusst und körperschonend saunieren möchte, findet in der Infrarotsauna eine überzeugende Alternative.”

— Heinz Fischer, Vitacare Shop


1. Was ist der grundlegende Unterschied zwischen einer Infrarotsauna und einer klassischen Sauna?

Der Kernunterschied liegt im Wärmeübertragungsprinzip: Die klassische Sauna erhitzt Luft und Raum, die Infrarotsauna strahlt Wärmeenergie direkt auf den Körper ab – ganz ohne heisse Umgebungsluft.

Die finnische Sauna, auch Dampf- oder Aufgusssauna genannt, nutzt einen Saunaofen (Kiuas), der Steine erhitzt. Diese speichern die Wärme und geben sie an die Raumluft ab. Die Lufttemperatur steigt auf 70 bis 100 °C, die relative Luftfeuchtigkeit bleibt meist niedrig, kann durch Aufgüsse aber kurzzeitig erhöht werden. Der Körper wird durch die heisse Luft von aussen erwärmt. Die Infrarotsauna hingegen verzichtet auf Konvektion: Infrarot-Strahler senden elektromagnetische Wellen im Infrarotspektrum aus, die direkt von der Haut und dem darunterliegenden Gewebe absorbiert werden. Die Kabinenluft selbst bleibt vergleichsweise kühl. Dieses Prinzip macht die Infrarotsauna zugänglicher für Personen, die hohe Lufttemperaturen schlecht vertragen, und ermöglicht längere Sitzungen bei subjektiv angenehmem Klima.

2. Welche Temperaturen herrschen in einer Infrarotsauna im Vergleich zur finnischen Sauna?

Infrarotsaunen arbeiten typischerweise bei 40 bis 60 °C Kabinentemperatur. Klassische finnische Saunen erreichen 70 bis 100 °C, wobei 80 bis 90 °C als gängiger Bereich für erfahrene Nutzer gelten.

Der Temperaturunterschied klingt gross, ist aber nur bedingt aussagekräftig für die tatsächliche Körperwirkung. Da Infrarotstrahlung das Gewebe direkt erwärmt, kann die physiologische Reaktion – Schweissproduktion, Kreislaufaktivierung, Muskelentspannung – trotz niedrigerer Umgebungstemperatur ähnlich intensiv ausfallen. Entscheidend ist weniger die Lufttemperatur als die absorbierte Wärmeenergie im Körperinneren. Die niedrigere Kabinentemperatur der Infrarotsauna bedeutet zugleich, dass die Atemluft weniger belastend ist – ein klarer Vorteil für Personen mit empfindlichen Atemwegen oder niedrigem Blutdruck.

3. Wie funktioniert die Wärmeübertragung bei Infrarotstrahlung – und warum dringt sie tiefer ins Gewebe ein?

Infrarotstrahlung ist elektromagnetische Strahlung mit Wellenlängen zwischen 780 Nanometern und 1 Millimeter. Bestimmte Wellenlängen – insbesondere im Nah- und Mittelinfrared-Bereich – penetrieren die Hautoberfläche und werden vom Gewebe in Wärme umgewandelt.

Bei der klassischen Sauna erwärmt heisse Luft die Hautoberfläche durch Konvektion und Konduktion. Die Wärme muss dann von aussen nach innen durch die Haut in tiefere Gewebeschichten wandern – ein langsamerer Prozess. Infrarotstrahlung hingegen wird nicht an der Oberfläche reflektiert, sondern von Wasser- und Proteinmolekülen im Gewebe absorbiert. Je nach Wellenlänge kann diese Absorption einige Millimeter bis wenige Zentimeter tief stattfinden. Das bedeutet, dass Muskeln, Sehnen und Bindegewebe direkter und gleichmässiger erwärmt werden, ohne dass die Hautoberfläche zuerst extreme Temperaturen erreichen muss. Dieses Prinzip ist vergleichbar mit der Sonnenwärme, die man an einem klaren Wintertag trotz kühler Luft spürt.

4. Welche Wellenlängen unterscheidet man bei Infrarotsaunen – und was bedeutet das für den Körper?

Man unterscheidet drei Bereiche: Nah-Infrarot (NIR, 780–1400 nm), Mittel-Infrarot (MIR, 1400–3000 nm) und Fern-Infrarot (FIR, 3000 nm–1 mm). Moderne Infrarotsaunen nutzen meist Fern-Infrarot-Strahler, oft ergänzt durch Nah- oder Vollspektrum-Elemente.

Fern-Infrarot (FIR) wird besonders effizient von Wasser- und Gewebemolekülen absorbiert und erzeugt eine intensive, gleichmässige Tiefenwärme. Es ist die am häufigsten eingesetzte Strahlungsform in Heimsaunen. Nah-Infrarot (NIR) hat eine kürzere Wellenlänge, dringt weiter ins Gewebe ein und wird in manchen Anwendungen mit zellulären Regenerationsprozessen in Verbindung gebracht – wobei die Forschungslage hier noch nicht abschliessend ist. Vollspektrum-Strahler kombinieren alle drei Bereiche, um ein möglichst breites Wirkungsspektrum abzudecken. Für den Alltag gilt: Eine gut konzipierte FIR-Sauna liefert für die grosse Mehrheit der Nutzer alle relevanten Wärmeeffekte zuverlässig.

Praxis-Insight

Beim Kauf einer Infrarotsauna lohnt es sich, gezielt nach der Strahlerqualität und der Wellenlängenabdeckung zu fragen. Günstiger Strahlerersatz kann die Tiefenwirkung erheblich reduzieren. Hochwertige Keramik- oder Kohlefaser-Strahler mit dokumentierten FIR-Emissionswerten sind eine verlässlichere Grundlage für die langfristige Nutzung.

5. Was sagt die aktuelle Studienlage über die gesundheitlichen Wirkungen beider Saunatypen?

Die Forschung zur klassischen finnischen Sauna ist deutlich umfangreicher und länger etabliert als jene zur Infrarotsauna. Für beide Saunaformen gibt es Hinweise auf positive gesundheitliche Effekte – die Evidenzlage ist jedoch unterschiedlich stark.

Finnische Langzeitstudien – insbesondere aus Nordeuropa – liefern Beobachtungsdaten, die einen Zusammenhang zwischen regelmässiger Saunanutzung und reduzierten Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nahelegen. Diese Studien basieren auf Bevölkerungsgruppen, die teilweise über Jahrzehnte beobachtet wurden. Die Infrarotsauna ist weniger intensiv untersucht; vorhandene Studien und klinische Beobachtungen deuten auf vergleichbare Effekte bei Blutdruck, Muskelentspannung und Wohlbefinden hin, sind aber in Umfang und Dauer begrenzt. Beide Saunaformen werden in der allgemeinen Gesundheitsforschung als sichere, gut verträgliche thermische Anwendungen betrachtet, wenn Kontraindikationen beachtet werden.

6. Welche Auswirkungen hat regelmässiges Saunieren auf das Herz-Kreislauf-System?

Wärme erweitert die Blutgefässe, erhöht die Herzfrequenz und verbessert die Durchblutung – ähnlich wie moderate körperliche Aktivität. Beide Saunatypen erzeugen diesen Effekt, wenn auch in unterschiedlicher Intensität.

Bei der klassischen Sauna kann die Herzfrequenz auf Werte ansteigen, die einem leichten bis moderaten Ausdauertraining entsprechen. Die peripheren Blutgefässe weiten sich, der Blutfluss in der Körperperipherie nimmt zu. Die anschliessende Abkühlung – traditionell durch kaltes Wasser oder kühle Luft – trainiert die Gefässelastizität zusätzlich durch abwechselnde Konstriktion und Dilatation. Die Infrarotsauna erzeugt denselben Grundeffekt bei niedrigeren Lufttemperaturen, was die kardiovaskuläre Belastung etwas moderater gestaltet. Das kann für Personen mit eingeschränkter Herz-Kreislauf-Funktion von Vorteil sein – setzt aber voraus, dass die ärztliche Freigabe vorliegt.

7. Wie unterscheiden sich Infrarotsauna und klassische Sauna in ihrer Wirkung auf die Muskelregeneration?

Beide Saunaformen fördern die Muskelregeneration durch verbesserte Durchblutung, Wärmedehnung des Bindegewebes und Entspannung muskulärer Verspannungen. Die Infrarotsauna wirkt dabei direkt in tiefere Muskelschichten hinein.

Nach intensivem Training sind Mikroverletzungen in Muskelfasern für den typischen Muskelkater verantwortlich. Wärme steigert die Durchblutung im betroffenen Gewebe, fördert die Versorgung mit Nährstoffen und den Abtransport von Stoffwechselprodukten. Die Infrarotsauna kann dank ihrer Tiefenwärme diese Prozesse in den Muskeln gezielter unterstützen, als es allein durch äussere Wärme möglich wäre. Die klassische Sauna entfaltet ihre Regenerationswirkung eher ganzheitlich über das gesamte Kreislaufsystem. Sportler berichten häufig, dass die Infrarotsauna unmittelbar nach dem Training als angenehmer empfunden wird, da die Atemluft weniger belastend ist. Wer zusätzlich auf den Muskelerhalt im Alter achtet, findet in unserem Beitrag zur Gewichtskontrolle im Alter und der Bedeutung des Muskelerhalts weiterführende Informationen.

8. Welche Saunaform ist besser für die Entgiftung über die Haut geeignet?

Beide Saunaformen regen durch Wärme und Schweissproduktion die Hautdurchblutung an. Über den Schweiss werden wasserlösliche Stoffwechselprodukte ausgeschieden – die Unterschiede zwischen den Saunatypen sind dabei weniger relevant als die Regelmässigkeit der Nutzung.

Der Begriff “Entgiftung” wird im Saunakontext oft weit gefasst. Biologisch korrekt ist: Die Haut übernimmt durch intensives Schwitzen eine Ausscheidungsfunktion für bestimmte wasserlösliche Substanzen. Die Leber und Nieren bleiben die primären Entgiftungsorgane. Beide Saunatypen unterstützen die Hautdurchblutung und Schweissproduktion wirksam. Manche Quellen beschreiben für die Infrarotsauna eine tendenziell höhere Schweissproduktion bei niedrigerer Lufttemperatur – weil die Tiefenwärme den Körper stärker zur Thermoregulation zwingt, ohne dass das Hitzeempfinden in der Kabine als unangenehm erlebt wird. Eine gesicherte wissenschaftliche Aussage über eine überlegene Entgiftungsleistung einer der beiden Saunaformen lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

9. Wie beeinflusst Saunieren den Stoffwechsel und die Fettverbrennung?

Saunieren erhöht kurzfristig den Energieverbrauch des Körpers, da Herzfrequenz und Durchblutung steigen. Eine direkte, klinisch relevante Fettverbrennungswirkung als Ersatz für körperliche Aktivität ist durch die verfügbare Evidenz nicht belegt.

Während einer Saunasession erhöht sich der Grundumsatz vorübergehend, da der Körper aktiv Wärme reguliert. Dieser Effekt tritt bei beiden Saunaformen auf. Die klassische Sauna mit ihrer intensiveren Kreislaufbelastung erzeugt tendenziell einen etwas höheren kurzfristigen Kalorienverbrauch. Es wäre jedoch irreführend, Saunieren als eigenständige Massnahme zur Gewichtsreduktion darzustellen. Der beobachtete Gewichtsverlust nach einer Sauna-Sitzung beruht primär auf Wasserverlust durch Schwitzen und wird durch Rehydrierung ausgeglichen. Wer verstehen möchte, welche Faktoren die Fettverbrennung tatsächlich steuern, findet im Beitrag über Blutzucker und Gewicht sowie den Einfluss von Insulinreaktionen auf die Fettverbrennung einen hilfreichen Überblick. Der eigentliche Mehrwert des Saunierens liegt in der ganzheitlichen Unterstützung eines gesunden Lebensstils.

10. Welchen Einfluss hat regelmässiges Saunieren auf Schlafqualität und Erholung?

Wärme fördert die Muskelentspannung und senkt die innere Anspannung. Viele Nutzer berichten nach einer Abend-Saunasession von tieferem, erholsamerem Schlaf – ein Effekt, der physiologisch gut erklärbar ist.

Nach einer Saunasession sinkt die Körperkerntemperatur beim Abkühlen relativ schnell ab. Dieser Temperaturabfall signalisiert dem Körper den Übergang in Ruhe und Schlaf – ähnlich dem natürlichen abendlichen Temperaturabfall. Die Ausschüttung von Endorphinen während des Saunierens trägt zusätzlich zur Entspannung bei. Beide Saunatypen können diesen Schlafförderungseffekt auslösen. Die Infrarotsauna wird abends oft bevorzugt, da die niedrigere Temperatur eine weniger intensive Kreislaufreaktion erzeugt und der Körper sich schneller von der Belastung erholt – was gerade für Personen mit empfindlichem Kreislauf relevant ist. Wie eng Schlaf und Stoffwechsel miteinander verknüpft sind, zeigt unser Beitrag zum Einfluss von Schlaf auf Gewicht und Stoffwechsel.

11. Für wen ist die Infrarotsauna geeignet – und wer sollte besser auf die klassische Sauna setzen?

Die Infrarotsauna eignet sich besonders für Einsteiger, ältere Personen, Personen mit empfindlichem Kreislauf und alle, die auf engstem Raum oder mit begrenztem Budget saunieren möchten. Die klassische Sauna spricht traditionsbewusste Nutzer an, die das intensive Hitze- und Dampferlebnis schätzen.

Konkret: Wer noch keine Saunaerfahrung hat, findet in der Infrarotsauna einen sanfteren Einstieg. Wer Atemwegsempfindlichkeiten hat oder schwüle Luft nicht verträgt, profitiert von der trockenen, niedrigtemperierten Kabinenatmosphäre. Sportler, die gezielt Muskelregeneration suchen, profitieren von der Tiefenwärme der Infrarotstrahlung. Die klassische Sauna hingegen bietet das vollständige Saunaerlebnis mit Aufguss, Dampf und dem gesellschaftlichen Aspekt – besonders attraktiv für Familien oder erfahrene Saunierer. Wer zudem über ausreichend Platz verfügt und eine höhere Anfangsinvestition in Kauf nimmt, erhält mit der finnischen Sauna ein bewährtes, robustes Saunaerlebnis.

12. Welche Kontraindikationen gelten für beide Saunatypen?

Einige Erkrankungen und Zustände schliessen regelmässiges Saunieren aus oder erfordern eine ärztliche Rücksprache – unabhängig davon, ob es sich um eine Infrarot- oder eine klassische Sauna handelt.

Zu den allgemeinen Kontraindikationen zählen akute Entzündungen und Infektionskrankheiten, unkontrollierter Bluthochdruck, schwere Herzerkrankungen, Schwangerschaft (insbesondere im ersten Trimester), frische Verletzungen oder Operationswunden sowie akute Hautentzündungen. Personen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen oder an Epilepsie leiden, sollten ebenfalls ärztliche Beratung suchen. Die klassische Sauna mit ihren höheren Lufttemperaturen stellt für einige dieser Gruppen ein grösseres Risiko dar als die Infrarotsauna – dennoch gilt auch für die Infrarotsauna: Vor der Nutzung bei Grunderkrankungen immer medizinischen Rat einholen.

13. Wie viel Energie verbrauchen Infrarotsauna und klassische Sauna im Betrieb?

Die Infrarotsauna ist in der Regel deutlich energieeffizienter. Sie benötigt keine lange Aufheizzeit und heizt gezielt nur die Strahler, nicht die gesamte Kabinenatmosphäre auf.

Eine klassische Heimsauna benötigt üblicherweise 45 bis 90 Minuten Vorheizzeit und verbraucht in dieser Zeit je nach Ofenleistung und Kabinengrösse erheblich mehr Energie als eine Infrarotsauna gleicher Grösse. Infrarotsaunen sind nach etwa 15 bis 20 Minuten betriebsbereit und ziehen während der Nutzung weniger Strom. Über ein Jahr gerechnet – bei regelmässiger Nutzung mehrmals pro Woche – kann sich dieser Unterschied im Stromverbrauch spürbar auswirken, gerade im Schweizer Strompreisumfeld. Genaue Verbrauchswerte variieren je nach Hersteller, Gerätegrösse und Nutzungsverhalten, weshalb ein Vergleich der technischen Daten beim Kauf sinnvoll ist.

14. Welche Kosten entstehen beim Kauf und Betrieb einer Heimsauna beider Typen?

Infrarotsaunen sind im Einstiegssegment oft günstiger als vergleichbare klassische Saunen, da sie weniger Installationsaufwand erfordern. Für beide Typen gilt: Die Gesamtkosten umfassen Anschaffung, Installation, Betrieb und Pflege.

Klassische Heimsaunen setzen in der Regel einen dedizierten Stromanschluss mit ausreichender Leistung voraus, eine isolierte Kabine sowie einen qualitativ hochwertigen Saunaofen. Die Installationskosten können erheblich sein, besonders wenn bauliche Anpassungen nötig sind. Infrarotsaunen sind häufig als vorgefertigte Kabinen erhältlich, die sich mit einem normalen Haushaltsstecker betreiben lassen – was Installationskosten deutlich reduziert. Laufende Kosten entstehen bei beiden Typen durch Energie, Reinigungsmittel und gelegentliche Wartung. Da Preise je nach Markt und Ausstattung stark variieren, empfiehlt sich ein direkter Vergleich der Angebote – zum Beispiel im Vitacare Shop.

15. Wie viel Platz braucht man für eine Infrarotsauna gegenüber einer klassischen Sauna?

Infrarotsaunen sind kompakter konstruiert und ab einer Standfläche von etwa 1 m² als Einzelpersonen-Modell erhältlich. Klassische Saunen benötigen mehr Platz, da sie grössere Kabinen, einen Ofen und optimalerweise eine Vorraum- und Abkühlzone erfordern.

In Schweizer Wohnungen oder kleinen Einfamilienhäusern ist Platz oft ein entscheidender Faktor. Eine Infrarotsauna für zwei Personen beansprucht üblicherweise eine Fläche von 1,2 bis 1,8 m², was problemlos in ein Badezimmer, einen Keller oder einen Abstellraum integriert werden kann. Die klassische Sauna benötigt schon für zwei Personen mindestens 2 bis 3 m² Kabinenfläche, dazu Platz für den Ofen, die Lüftung und idealerweise einen Kühlbereich. Wer keinen eigenen Garten oder Keller mit ausreichenden Dimensionen hat, wird in der Infrarotsauna häufig die praktischere Lösung finden.

16. Wie lange sollte eine Saunasession dauern – und unterscheidet sich das je nach Saunatyp?

In der klassischen Sauna gelten 8 bis 15 Minuten pro Aufguss als gängige Empfehlung. In der Infrarotsauna können Sitzungen von 20 bis 45 Minuten als angemessen gelten, da die Temperatur milder ist.

In der finnischen Sauna empfiehlt sich ein klassisches Ritual aus zwei bis drei Aufgüssen à 8–15 Minuten mit Abkühlpausen dazwischen. Die Abkühlung – durch kalte Dusche, Tauchbecken oder frische Luft – ist integraler Bestandteil des Saunaerlebnisses und trainiert die Gefässreaktion. In der Infrarotsauna entfällt das klassische Aufguss-Ritual. Eine kontinuierliche Sitzung von 30 bis 45 Minuten ist bei guter Verträglichkeit möglich, da die Temperaturen den Körper weniger akut belasten. Einsteiger sollten in beiden Saunatypen mit kürzeren Sitzungen beginnen und die Dauer schrittweise steigern.

17. Wie oft pro Woche sollte man saunieren, um gesundheitliche Vorteile zu erzielen?

Beobachtungsdaten aus nordeuropäischen Ländern deuten darauf hin, dass mindestens zwei bis drei Saunasessions pro Woche mit messbaren gesundheitlichen Vorteilen assoziiert sind. Einmal pro Woche gilt als sinnvolle Mindesthäufigkeit.

Regelmässigkeit ist dabei wichtiger als einzelne intensive Saunagänge. Der Körper gewöhnt sich an thermischen Stress und reagiert effizienter – ähnlich wie bei Sport. Zwei bis vier Mal pro Woche gelten in der Fachliteratur als optimaler Bereich. Die Infrarotsauna erleichtert diese Frequenz im Alltag, da die Vorheizzeit gering ist und die Sitzung auch nach einem langen Arbeitstag noch als praktikabel empfunden wird. Wer täglich saunieren möchte, sollte auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und bei Erschöpfung oder Unwohlsein pausieren.

18. Welche Saunaform ist für Sportler zur Regeneration nach dem Training besser geeignet?

Für die unmittelbare Post-Training-Regeneration ist die Infrarotsauna oft vorzuziehen, da die Tiefenwärme direkt in die beanspruchten Muskeln wirkt und die Kreislaufbelastung niedriger ist.

Intensives Training beansprucht Muskeln, Faszien und das Nervensystem. Eine direkte Infrarot-Tiefenwärme direkt nach dem Training kann Verspannungen lösen, die Durchblutung in beanspruchtem Gewebe verbessern und die Erholungszeit verkürzen. Die klassische Sauna ist eher für das Gesamt-Wohlbefinden und den langen Erholungstag geeignet – etwa am Tag nach dem Training. Ein kombinierter Ansatz ist möglich: Infrarotsauna am Trainingstag, klassische Sauna als Wochen-Ritual. Wichtig: Nach intensivem Ausdauer- oder Krafttraining sollte man dem Körper Zeit zur initialen Abkühlung gönnen, bevor man die Sauna betritt.

19. Kann Saunieren den Blutdruck und Entzündungswerte positiv beeinflussen?

Regelmässiges Saunieren wird in Beobachtungsstudien mit niedrigeren Blutdruckwerten und verringerten Entzündungsmarkern in Verbindung gebracht. Ein kausaler Beweis für alle Bevölkerungsgruppen besteht jedoch nicht.

Während des Saunierens weiten sich die Blutgefässe, was kurzfristig den Blutdruck senkt. Bei regelmässiger Nutzung kann sich die Gefässelastizität langfristig verbessern. Dieser Effekt ist für beide Saunatypen beschrieben. Entzündungswerte wie CRP (C-reaktives Protein) werden in manchen Beobachtungsstudien als niedriger bei regelmässigen Saunabesuchern beschrieben – dies korreliert jedoch auch mit anderen gesundheitlichen Verhaltensweisen. Wer Bluthochdruck oder chronische Entzündungskrankheiten hat, sollte Saunieren als ergänzende Massnahme im Rahmen eines ärztlich begleiteten Gesundheitsprogramms betrachten, nicht als eigenständige Therapie.

20. Infrarotsauna oder klassische Sauna – welche Variante eignet sich besser für ältere Menschen?

Für ältere Menschen ist die Infrarotsauna in den meisten Fällen die schonendere Wahl: niedrigere Lufttemperaturen, weniger Kreislaufbelastung und einfachere Zugänglichkeit sprechen für diese Saunaform.

Im Alter nimmt die Thermoregulationsfähigkeit des Körpers ab. Hohe Lufttemperaturen, wie sie in der klassischen Sauna herrschen, können Kreislauf und Herzfrequenz stärker belasten. Die Infrarotsauna erlaubt es älteren Personen, in einem angenehmen Temperaturbereich zu saunieren und trotzdem die wesentlichen Wirkungen – Muskelentspannung, Durchblutungsförderung, Stimmungsaufhellung – zu erzielen. Zusätzlich sind viele Infrarotsaunen ergonomisch gestaltet und lassen sich problemlos sitzen nutzen. Eine ärztliche Abklärung vor dem regelmässigen Saunieren bleibt für ältere Personen mit Grunderkrankungen in jedem Fall empfehlenswert.

21. Welche Saunaform ist die bessere Wahl für den Heimgebrauch in der Schweiz?

Für den Heimgebrauch in der Schweiz ist die Infrarotsauna in vielen Situationen die pragmatischere Wahl: weniger Platz, schnellere Aufheizzeit, geringerer Energieverbrauch und einfache Installation machen sie alltagstauglich.

Schweizer Haushalte sind oft von mittlerer Grösse, Wohnfläche ist wertvoll und der Strom relativ teuer. Die Infrarotsauna lässt sich auch in bestehende Badezimmer oder Kellerabteile integrieren, ohne bauliche Grosseingriffe. Für Personen, die das klassische finnische Saunaerlebnis mit Aufguss, hoher Luftfeuchtigkeit und geselligem Ritual bevorzugen, lohnt die Investition in eine klassische Heimsauna – vorausgesetzt, der Platz und das Budget sind vorhanden. Wer hingegen regelmässig, komfortabel und energieschonend saunieren möchte, findet in der Infrarotsauna die optimale Alltagslösung. Beide Typen sind im Vitacare Shop erhältlich und können mit fachkundiger Beratung verglichen werden.

Merkmal Infrarotsauna Klassische Sauna
Kabinentemperatur 40–60 °C 70–100 °C
Wärmeübertragung Strahlung direkt ins Gewebe Heissluft-Konvektion von aussen
Aufheizzeit Ca. 15–20 Minuten 45–90 Minuten
Energieverbrauch Vergleichsweise niedrig Höher
Platzbedarf Ab ca. 1 m² (Einzelperson) Ab ca. 2 m² + Zubehör
Installation Oft plug-and-play möglich Dedizierter Stromanschluss nötig
Sitzungsdauer 20–45 Minuten 2–3 × 8–15 Minuten
Aufguss möglich Nein Ja
Eignung Einsteiger Sehr gut Gut (mit Eingewöhnung)
Klassisches Saunaerlebnis Eingeschränkt Vollständig

Häufige Fragen

Kann ich eine Infrarotsauna auch täglich nutzen?

Eine tägliche Nutzung ist bei guter Verträglichkeit grundsätzlich möglich, wenn die Sitzungsdauer moderat bleibt und ausreichend Flüssigkeit zugeführt wird. Bei Erschöpfung, Kreislaufproblemen oder allgemeinem Unwohlsein sollte eine Pause eingelegt und im Zweifelsfall eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

Ist eine Infrarotsauna auch für Kinder geeignet?

Für Kinder unter zwölf Jahren wird Saunieren in der Regel nicht empfohlen, da ihre Thermoregulation noch nicht vollständig ausgereift ist. Ältere Kinder und Jugendliche können bei kürzeren Sitzungen und niedrigeren Temperaturen unter Aufsicht saunieren – nach vorheriger ärztlicher Absprache.

Muss ich nach dem Saunieren zwingend kalt duschen?

Eine Kaltdusche oder Abkühlung nach dem Saunieren ist kein Muss, wird aber empfohlen – besonders nach der klassischen Sauna, da sie die Gefässreaktionsfähigkeit trainiert. Nach der Infrarotsauna ist eine moderate Abkühlung ausreichend; eine extreme Kaltwasseranwendung kann direkt nach der Sitzung den Kreislauf unangemessen belasten.